Dienstag, 21. April 2015

Animes auf dem Kirschblütenfest 

 
Schon zum 48. Mal wird das Cherry-Blossom Festival in Japantown gefeiert. Wie bei jedem Fest gibt es einen Markt mit landestypischen Gerichten. Ich möchte gar nicht so genau wissen, was in meinen frittierten Kugeln war
Gecrushtes Eis mit Geschmack
- Strohhalm reinstecken - trinken
Hirn ist am billigsten :-)
Eine Parade gibt es natürlich auch.
Es werden keine Drachen getragen, sondern Tempel oder Männer auf Tempeln. Beeindruckend ist die getrommelte Musik, die mit viel Schwung - begleitet von lauten Schreien - gespielt wird. 
Ganz mein Typ ;-)

 

Am phantasievollsten sind die Verkleidungen der Animes und Mangas. Als Animes werden in Japan produzierte Zeichentrickfilme bezeichnet, Mangas sind Figuren aus japanischen Comics.
 

 
 

Bei jeder Parade ist Bürgermeister Edwin M. Lee dabei, der somit eine feste Sonntagsbeschäftigung hat - bei den vielen Paraden.
 

Ganz am Rande hatte ich in einem japanischen Café noch ein ganz besonderes Erlebnis. Den ersten beheizten Klodeckel meines Lebens. Überhaupt scheint es sich um ein High-Tech-Wundergerät zu handeln.

 

Montag, 20. April 2015

Four-twenty-Day - Weltkiffertag

Jedes Jahr am 20. April wird der Cannabis-Tag gefeiert, der auch 4/20 Day (nach der amerikanischen Schreibweise) oder Weed-Day genannt wird. Traditionell wird exakt um 4:20 pm ein Joint angezündet und alle werden gemeinsam high. Dass dadurch in vielen Ländern wie den USA, England oder Deutschland öffentlich Gesetze gebrochen werden, ist kein in Kauf genommenes Übel, sondern ein angestrebtes revolutionäres Beiwerk. Daher treffen sich die Weed-Freunde auch auf öffentlichen Plätzen. Neben dem Spaßfaktor ist die Legalisierung ihrer pflanzlichen Lieblingsdroge ein erklärtes Anliegen. 

Der Ursprung soll in Marin County (Kalifornien) liegen. Fünf Jugendliche (Die Waldos), die sich bis heute nicht outen, sollen sich dort in den 1970er Jahren jeden Nachmittag um 16:20 Uhr zum Kiffen verabredet haben. Waldo 4/20 soll der Ausspruch gewesen sein, der als Code für den verbotenen Genuss galt.

Es gibt einige sagenumwobene Mythen, woher der Begriff 4/20 noch kommen könnte. Wer das und noch mehr dazu wissen will, kann das in dem spiegel-Artikel nachlesen.

420-day-festtag-fuer-den-joint-freund (click here)

Und hier der Einladungstext für das diesjährige Happening - falls jemand Lust hat hinzugehen:

4/20 ist der Tag, an dem Menschen sich keine Sorgen machen und jede Kleinigkeit in Ordnung ist. Es gibt keine Genehmigung; es ist nicht wirklich legal, aber in der Regel drückt die Stadt ein Auge zu, wenn Tausende auf dem Hippie-Hügel im Golden Gate Park jedes Jahr am 20.April um 4:20 pm aus dem Rauch auftauchen. Wie verhalte ich mich am besten gegenüber der Polizei? Bring keine Getränke in Glasflaschen mit, verstärke den Sound nicht zu früh und sei kein Idiot – bleib cool und freundlich. Dann wird die Polizei - wie in der Vergangenheit - nur einen Ring um die Veranstaltung bilden und uns in Ruhe lassen.
 

Sonntag, 19. April 2015

China Beach

Das Wetter war heute zweigeteilt, die Wolken über SF wie mit dem Lineal gezogen. Die eine Hälfte der Stadt hatte strahlend blauen Himmel, die andere war grau und bewölkt. Leider bin ich in die graue Hälfte gefahren, es war richtig unheimlich, eine Straße tolles Wetter, nächste Kreuzung bedeckt.
 

Aber wo ich nun mal unterwegs war, bin ich trotzdem zum China Beach gegangen. Der kleine Strand hat mich an Südeuropa erinnert. Ein Strandhaus mit abblätternder Farbe, angeschwemmtes Holz und eine morbide Atmosphäre – mir hat‘s gefallen. Rund um diesen Strand Villen der obersten Luxusklasse, alle mit Blick auf die Golden Gate Brücke. Eigentlich wollte ich einen Lesenachmittag einlegen, aber auf die Dauer war es einfach zu kühl. 
Ganz rechts China Beach, links davon Baker Beach
 
Ich bin dann den Costal Rail komplett entlang gewandert. Er führt über Lands End bis zum Ocean Beach und bietet eine wunderbare Aussicht auf das Golden Gate und die Brücke.
Sind natürlich sofort Leute den Pfad
entlang gegangen, klar :-(

  
Auf der Rückfahrt mit dem Bus habe ich die Wolken beobachtet und konnte genau sehen, wann ich wieder Sonne haben werde. Solche Wetterzonen kenne ich nur, wenn ein Gebirge dazwischen liegt, aber doch nicht diese Hügel hier.

Samstag, 18. April 2015

Marion





Die Stadt hat eine Straße nach mir benannt. Na ja, eine Straße ist es eigentlich nicht, das wollte ich nicht. Ich wollte eine hübsche, kleine Gasse ohne Autos mit einem wunderbaren Blick auf die Bay.
 

andere Straßenseite

Was ist anders – Teil 1 Im Restaurant

Es ist doch manches anders als bei uns. Ich habe gesammelt, was mir so aufgefallen ist und Anke hat das ein oder andere ergänzt. Es ist eine ganze Menge zusammengekommen.
  • In den Restaurants wird der Sitzplatz zugewiesen. Oft weist das Schild Wait to be seated unmissverständlich darauf hin!
  • Es gibt Restaurants, in denen man an einem Schalter sein Essen ordert und bezahlt. Man bekommt eine Nummer, man setzt sich und das Essen wird gebracht.
  • Ob in guten Restaurants oder einfachen Kaschemmen: Zum Essen gibt es stets kostenlos und ohne weiteres Nachfragen Wasser. Die Karaffe wird regelmäßig und unaufgefordert nachgefüllt. Wer nicht will, muss kein Getränk bestellen.
  • Die meisten Getränke werden mit Eiswürfeln serviert. Eine Frau sagte mir bei einem meiner Ausflüge, dass sie gar nicht verstehen könne, wie wir das alles ohne Eis trinken könnten. Wenn man in einem Land lebt, in dem es überwiegend warm ist, ist es gar nicht so übel. Ich mag es inzwischen auch richtig gerne.
 

  • Zumindest beim Frühstück gilt: Kaffee wird nur einmal berechnet und dann nach Wunsch ohne Begrenzung und ohne weitere Berechnung nachgefüllt.
  • Nach dem letzten Gang wird meistens unaufgefordert die Rechnung gebracht. Man bleibt nicht länger sitzen, um sich noch zu unterhalten und weiter zu trinken. Die Bedienung wird wesentlich über das Trinkgeld bezahlt und braucht weiteren Umsatz! Wer sich weiter unterhalten möchte, wechselt zur Bar.
  • Der „Amerikaner“ benutzt das Messer nicht wie der Mitteleuropäer, um damit zu essen. Er zerkleinert das Fleisch und isst mit der Gabel, die rechte Hand verschwindet für den Rest der Mahlzeit unter dem Tisch. Ich werde jetzt mal mehr in den amerikanischen Filmen darauf achten. Angeblich ist dies ein Relikt aus der Pionierzeit („die rechte Hand ist stets am Colt“), tatsächlich aber ist dies wohl ein Akt der Bequemlichkeit. Am Ende wird das Besteck irgendwie auf den Tisch gelegt.
  • Auch in besseren Restaurants erhält der Gast meist nur einmal Messer und Gabel. Die Bedienung versteht nicht, wenn jemand für den weiteren Gang ein neues Besteck fordert.
  • Es ist üblich, den nicht aufgegessenen Rest der Speisen nach Hause mitzunehmen. Dafür verlangt man einen doggy bag.
  • Je teurer das Restaurant, desto mehr Klimaanlage und dementsprechend desto kälter.
  • Das Schlüsselwort bei Dienstleistungen aller Art ist Tip. Die USA sind ein Trinkgeldland, das Trinkgeld ist Teil der Bezahlung und nur bedingt eine freiwillige Wohltat.



Donnerstag, 16. April 2015

Friseur - die dritte Erfahrung

Von der zweiten habe ich noch garnicht berichtet. Nachdem Buck Schmitz am 7. Februar ordentlich abgeschnitten hatte, war so schnell kein neuer Schnitt fällig, aber eine Tönung sollte das Grau verbergen. Da ich bei Friseuren immer sehr spontan und "mutig" bin, habe ich vor meiner Wanderung im Presidio einen japanischen Friseur aufgesucht, der auf dem Weg lag. Ich bin da wohl in so einen Schicki-Micki-Salon geraten. Es gab nur das notwendigste Mobiliar, die Wände waren eher Betonkunst. Da ich nur Tönung wollte, hatten sie Zeit. Um mich herum nur Japaner und meine Friseurin sprach auch nicht besser englisch als ich. Am Ende waren einige Haare immer noch grau und es hat 90 Dollar gekostet (ohne das Trinkgeld von 20 %).

Heute war dann mal Zeit für einen kleinen Nachschnitt. Zu Buck Schmitz wollte ich nicht gehen, so kurz sollte es dann doch nicht werden. Auf der Market Street gibt es eine Schule für angehende Friseure. Ein riesiger Salon voller junger Mädels in schwarz. Ich dachte mir, dass beim Spitzen schneiden (heißt übrigens hair trimming) nicht viel passieren kann.

Danesha ist vielleicht 17 und seit 5 Monaten in der Ausbildung. Beim Haare waschen hat sie meinen Kopf berührt, als wäre er aus Porzellan. Was ich nicht bedacht hatte: man muss Zeit mitbringen, ich war ja ein Versuchsobjekt. Die Lehrerin machte vor und Danesha machte super vorsichtig nach. Sie war echt süß, auch weil sie aussieht wie eine Indianerin mit ganz langen Zöpfen. Erst wurde meine rechte Kopfseite bearbeitet, dann die linke, dann oben. Am Ende schaute die Lehrerin nochmal drüber. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und dem Preis von 5 Dollar für Waschen und Schneiden. Danesha hat 5 Dollar Trinkgeld von mir bekommen und gestrahlt wie eine kleine Pocahontas.
Ist doch nett, was aus meinem Namen gemacht wurde!

Mittwoch, 15. April 2015

Lake Merced
 
Obwohl der Lake Merced - der auch zu SF gehört - direkt am Pazifik liegt, ist er ein Süßwassersee, der von einer unterirdischen Quelle gespeist wird. Durch die Nähe des Pazifiks steigt aber der Salzgehalt von Jahr zu Jahr und deshalb gibt es im See Fische, die sowohl im Süß- als auch im Salzwasser leben können. Am See gibt es 3 (!) Golfplätze, 2 private und einen öffentlichen.

Sehr schön ist die Busfahrt zum See, die über eine Stunde dauert. Ich bin durch idyllische Viertel gefahren und es hat immer wieder nach Pinien geduftet. Es gibt Straßennamen wie Goettingen, Persia, Brazil, Prague, Athens, Naples, Madrid, Paris, Onandaga oder Italy (immer mit Street oder Avenue).

Eigentlich sind es ja 4 Seen. Ich habe versucht, die beiden oberen zu umwandern, es ist mir aber der öffentliche Golfplatz in die Quere gekommen und dann kam ich nicht weiter. Am Ende bin ich beim Zoo von SF gelandet. Der gehört aber nicht zu den Highlights der Stadt und so habe ich mir einen Besuch erspart. Außerdem war Sonntag und damit Familientag im Zoo. Ich bin lieber an den Ocean Beach gegangen, habe mir ein windgeschütztes Plätzchen gesucht und in meinem Krimi weitergelesen.