Sonntag, 18. Januar 2015

Pier 39

Zu den 10 Attraktionen, die man in SF gesehen haben muss, gehört Pier 39 - zumindest nach jedem gängigen Reiseführer. Pier 39 ist "Disneyland". Natürlich viel kleiner, ohne Fahrgeschäfte, aber mit Menschen, die als Seelöwen verkleidet für Fotos bereit stehen. Einmal anschauen genügt mir.


Alcatraz-Shop :-)




Samstag, 17. Januar 2015

Waiting at the Busstation (da war's schon etwas kühler)

Mein erster Versuch mit Selbstauslöser

3 Tage Tourist - Teil 1 Markt

Am Montag ist hier der Martin-Luther-King Tag und ich habe frei.

Die Stadt hat heute ihren Flirt mit mir erfolgreich gestartet. Der Himmel blau, die Luft warm (solange es sonnig und hell ist) und ich unternehmungslustig.

Das erste Mal alleine und mit dem Bus unterwegs und den wöchentlichen Markt, Pier 39 und Chinatown durchstreift. Viel zu viel für 1 Blog.

Busfahren ist für mich ja was ganz Neues (so als Autofreak). Man zieht an einer gelben Leine, wenn man aussteigen möchte. Die Busschilder machen klar, wie die Zusammensetzung der Bevölkerung hier ist.
die Leine ist direkt am Fenster (hier schlecht zu sehen)
 

Jeden Samstag ist Markt rund um das Ferry Building. Es gibt eine Markthalle (etwa so groß wie die Frankfurter Kleinmarkthalle) und viele Stände draußen. Überall lange Schlangen und oft was zum Probieren. Nach 2 Stunden war ich satt und ich wundere mich immer noch, dass mir nicht schlecht geworden ist von dem Durcheinander an Oliven, Aufstrichen, Cakes und Früchten (die ich nicht alle kannte, die aber alle sehr lecker waren).

Beans Beans
Der Tip ist doch nett
Ein Pilzstand (viele kannte ich nicht)

Austern für wenig Geld, zum Gleichschlürfen
Mit Rosenkohl hätte ich hier nicht gerechnet

Organic war hier eigentlich alles!

Auch damit konnte man an 1 Stand bezahlen



Freitag, 16. Januar 2015



All freeways are highways, but not every highway is a freeway

Ein Highway ist eine Hauptverkehrsstraße (wie bei uns eine Bundesstraße), die Kreuzungen, Ampeln und andere „Hindernisse“ enthalten kann. Ein Freeway hingegen entspricht unserer Autobahn. Es gibt Abfahrten, jedoch keine Kreuzungen oder Klappbrücken. Die Breite einer Straße sagt nichts darüber aus, um was es sich handelt. Im Großraum Los Angeles gibt es Highways mit 8 Fahrspuren in jeder Richtung.

Bislang habe ich in SF nur Freeways auf Brücken gesehen

 

Geschwindigkeitsbegrenzungen werden von den jeweiligen Bundesstaaten festgelegt. Die maximale Geschwindigkeitsbegrenzung auf freeways liegt in der Regel bei 75 Meilen/Stunde (mph) (= 121 km/h) in den westlichen Staaten.

Geschwindigkeitskontrollen sind nicht selten (meist gut getarnt) und die Überschreitung wird unnachsichtig geahndet, auch bei Touristen. Das habe ich alles nachgelesen, werde aber auch nicht das Gegenteil austesten – Island ist mir noch zu gut in Erinnerung :-). Mitreisende von damals dürfen jetzt grinsen.

Hier gibt es in der Nähe mehrere freeways, die hauptsächlich (zumindest immer in einer Richtung) verstopft sind. Ich kann das von meinem Zimmer aus gut beobachten. Ich würde hier um 5 Uhr zur Arbeit fahren. Aber das machen die Menschen, die von Friedberg nach Frankfurt fahren müssen, auch jeden Tag mit :-(.
Und was macht man mit dem Platz unter den Brücken?
Basketball - immer im Trockenen (dabei regnet es hier kaum)
 
Beach Volleyball

Burt Reynolds + Hunde

Safeway ist ein Supermarkt hier in der Nähe. Dieser hier ist nicht viel größer als die meisten Supermärkte in Hofheim auch. GottSeiDank - selbst ich kann da alles finden. Gemüse und Obst sind ausgelegt wie für eine Ausstellung - very elegant. Und Pillen kann man da kaufen, die es bei uns nur in der Apotheke gibt. Ich habe mir dort jedenfalls eine Friseurzeitung gekauft, so ein Klatschblatt. Die Kassiererin hat entsetzt auf die Titelstory (Burt Reynolds & Sally Field Reunited!) geschaut und gerufen: "But Burt Reynolds is DEAD!" Und dann hat sie mir die Zeitung aus der Hand genommen und erst mal drin geblättert. Das endete dann mit dem Ausspruch "Photoshop can do everything!". Also für alle Trauernden: Burt Reynolds lebt noch, er sieht allerdings sehr zurechtgezogen aus - so obenrum.

Unser Lieblingsrückweg (soweit man das nach 1 Woche sagen kann) geht am Kanal entlang. Da kann Maia auch mal laufen. Auffällig ist, dass es zwar wenig Kinder, aber dafür umso mehr Hunde gibt. Unglaublich viele Hunde. Das ist ja so garnicht mein Ding. Der Hundekindergarten kostet übrigens genauso viel wie der für Kinder (aber wahrscheinlich für 5 Tage/Woche).

Spielplatz für Hunde

Donnerstag, 15. Januar 2015


recess - der Indoor Spielplatz (klick here to see more)

Ich bin soziale Fürsorge durch den Staat gewöhnt, ich denke, dass der Staat für einiges verantwortlich ist. Hier ist viel mehr privat organisiert. Das kostet natürlich. Andere Länder, andere Lebensvorstellungen, andere Prinzipien.

Ich war heute mit Maia zum zweiten Mal bei recess. Es gibt hier nicht viele öffentliche Spielplätze für Kinder und der, den ich bisher gesehen habe, ist klein und war bei dem guten Wetter sehr voll. Also ist das eine Alternative, um Maia mit andern Kindern in Kontakt zu bringen. Der Spielplatz recess kostet 1000 Dollar/Jahr, ein Kindergartenplatz 1200 Dollar/Monat für 2 Tage/Woche! Die Betreuung ist dann natürlich klasse :-). Da bin ich als Granny ja ein echtes Schnäppchen :-))) - win win.
Ich hab gefragt, ich darf Bilder von Maia hier einstellen :-)

Heute war bei recess eine Livesängerin für 1 Stunde, wie jeden Donnerstag. Die war peppig und hat auch was von den Beatles gesungen oder von van Halen "Jump". Hat aber kein Kind kapiert :-) und Maia hat der Gesang nicht die Bohne interessiert. Die Kinder sind alle noch sehr klein, ich denke, keines ist älter als 2,5 Jahre. Die Sängerin war deutlich frustriert, obwohl sie das ja auch nicht zum ersten Mal gemacht hat (denke ich).

Neben amerikanisch wird sehr viel asiatisch und spanisch gesprochen. Klar! Ein nettes Gemisch von engagierten Müttern,  wenigen Vätern und einigen Nannys oder Grannys. Maia hält man immer für einen Jungen, weil sie so wenig typisch in glitterrosa gekleidet ist wie die anderen Püppchen. Die Lieblingsfrage: "How old is he?" - "SHE ist 19 month" :-).

Die obersten Regeln, die den Kindern ständig vorgebetet werden sind "teilen", "nicht wegnehmen" und "abwarten". Sogar die Sängerin hat das thematisiert, es gab einen "Share" Song. Es ist sehr friedlich dort und ich habe beide Male weder Weinen noch Streitigkeiten erlebt. Wenn das die wichtigsten Werte sind, sollte unsere Welt in 50 Jahren deutlich friedlicher sein, auch international :-).

PS: Könnt mich grad mal jemand zwicken, ich bin wirklich hier in San Francisco :-) :-)

Mittwoch, 14. Januar 2015

4th and 2nd Street

Meine Seele, die ja bereits seit Silvester hier ist :-) und mein Körper, der dann am 10.1. nachkam, haben sich heute wieder vereint. Ich bin komplett und nicht mehr so verwirrt.

Es ist warm, die Sonne scheint, die Menschen laufen in Hemd oder T-Shirt. Ich brauche meine  Jeansjacke.

Die 4th Street bietet ein anderes Bild als die 5th. Businessmenschen mit hochgekrempelten Ärmeln, Frauen in schwarzen Anzügen, viele mit Handy am Ohr und einem Kaffeebecher in der Hand. Und die meisten sitzen draussen. War mir aber zu frisch, trotz Sonne.

Die SFler (also die Menschen von SF) sind extreme Kaffee-Freaks. Also gibt es alle paar Meter einen Coffeeshop. Meistens Starbucks. Ich war heute bei Peets. Der Kaffee ist natürlich frisch gemahlen, ganz besonders geröstet, liebevollst zubereitet (+ 3 Om) und am besten sind im Kaffeeschaum noch meine Initialen. Anders wird er hier nicht getrunken. Das ist eine Religion. Ich bin wirklich froh, dass ich in meinem Leben schon 1x bei Starbucks war, sonst hätte ich nicht gewusst, warum der freundliche Mensch am Orderschalter mir so viele Fragen stellt. Ich habe aber eh nur die Hälfte verstanden und einfach immer genickt. Am Ende dann noch mein Name, den er nicht verstanden hat. Ich werde ab sofort nur noch Mary sagen.

Wenn man es bezahlen kann, ist es unmöglich, hier zu verhungern. Zwischen den Coffeshops gibt es Restaurants jeder Größe verschiedenster Nationen - viel asiatisches. Auch mal ein Subway. Mc Donalds gibts bestimmt auch, habe ich aber nicht gesehen. Die Küche ist hier sehr, sehr vielfältig. Das gilt auch für "meine" Familie: ich habe schon gerösteten Grünkohl gegessen (sehr lecker, wie Chips) und heute gabs zum Nachtisch Ras Malai - Classic Indian Dessert.

Und dann gibts auch noch Bars. Also Essen und Trinken scheint das Wichtigste zu sein. Viel weniger Klamottenläden als erwartet und viel weniger Supermärkte. Ich bin heute nur an einem vorbeigekommen. Oder ich habe sie nicht als solche identifiziert, weil es keine Auslagen vor der Tür gibt.

San Francisco ist bei mir nicht Liebe auf den  ersten Blick. Ich werde diese Stadt erkunden und entdecken, aber erobern muss sie mich. Mal sehen, ob aus uns beiden was wird.

Bilder des Tages:
Ich beobachte, aber ich bewerte nicht :-)
Die Ampeln zählen ab 13 runter,
dann muss man aber auch drüben sein
Kommentare

Auch Bloggen will gelernt sein. Ich hatte die Blog-Einstellung, dass nur registrierte Google-Nutzer Kommentare abgeben können. Das ist natürlich Quatsch. Ich habs geändert und jetzt müsste jeder, der will, auch können.

Dienstag, 13. Januar 2015

Die hässliche Seite

SF gilt neben ähnlich großen Städten wie Frankfurt als mittelgroße Weltstadt.

In San Francisco leben ca. 806.000 Menschen: 48,1 % Weiße, 33,3 % Asiaten, 6,1 % Afroamerikaner, 0,5 % Indianer und 6,6 % gehören anderen Rassen an. Unabhängig von der Rasse sind 15,1 % Hispanics oder Latinos.

Was mich heute besonders berührt hat, sind die vielen Obdachlosen. Alle zwei Jahre führt die Stadt eine Zählung durch. Freiwillige Helfer durchkämmen Häuserblock für Häuserblock die zentralen Straßen und Viertel der Stadt. Die städtische Statistik ergab 6 248 wohnungslose Menschen. Glaubt man allerdings den Zahlen der Obdachlosenvereinigung "Committee on Homelessness" sind es bis zu 15.000 Menschen.
 
Maia und ich sind heute mit dem Kinderwagen die 7th Street hoch bis zur Market Street, da ein bißchen nach links und rechts und die 5th Street wieder zurück (das dauerte ca. 2 Stunden) und wir sind nicht einem einzigen anderen Kind begegnet. Es gibt hier überhaupt nicht viele Kinder, sagt Anke. Dafür stank es viel nach Bier (oder ähnlichem) und die Strassen waren wirklich nicht schön. Nichts für die Dunkelheit und den verwöhnten Touristen. Es gab so viele Obdachlose und darunter Menschen mit extremen Körperbehinderungen. Auch das ist SF. Ich habe gelesen, dass andere Städte ihre Obdachlosen mit Bussen hier her fahren, weil SF sehr liberal und fürsorglich mit ihnen umgeht. James ist aber nicht sicher, ob das wirklich stimmt.

Hier ein Beispiel:
dusche-auf-raedern-fuer-obdachlose-in-san-francisco

 
 





Die Essenverteilung wurde von Nonnen vorbereitet und die Schlange der Hilfesuchenden war sehr diszipliniert.





Hier eine der selbstgebauten "Hütten", die in regelmäßigen Abständen von der Polizei entfernt werden, um an gleicher Stelle 3 Tage später wieder zu entstehen. 
PS für Wolfgang: Danke nochmal für das tolle Weihnachtsgeschenk, den Fotoapparat. Ohne das Superobjektiv mit dem Extremzoom hätte ich die Fotos garnicht machen können.
Loft - das oberste Stockwerk

Unsere Wohnungstür
Maia und ich bringen vormittags den Müll weg, ein Gang, der ca. 30 Minuten dauert....... einfach weil wir alle Zeit der Welt haben. Noch ein kurzer Stopp bei jedem, der gerade zur Tür rauskommt und schon ist die Zeit um. 

Der Hausmüll kommt in einem separaten Kabuff in einen Müllschlucker. Der Recyclingmüll (Glas, Papier, Plastik, Metall) wird unsortiert in 2 Tonnen geworfen, die da auch stehen. Wer trennt das? Kartons, die nicht mehr reinpassen, schmeisst man einfach auf den Boden.

Die Flure sind breit, hier könnte man Bowling spielen oder Fangen oder Verstecken (unser Lieblingsspiel).

Hier im Haus gibt es 220 Units (Wohnungen) und ohne die Nummer kann der Briefträger nichts zustellen.

Und jetzt die Anmerkung für meine Exkollegen. Die Zustellung von Paketen ist hier super geregelt. Es gibt mehrere Paketboxen neben den Briefkästen (die übrigens nur Nummern haben) und der Zusteller wirft den jeweiligen Boxschlüssel einfach in den passenden Briefkasten, wenn er ein Paket reinstellt. Und wenn alle Kästen voll sind, wird das Paket auf den Boden gestellt. Klaut schon keiner, bei den Mieten hier.

Montag, 12. Januar 2015

Wohnung

Die Wohnung hat ca. 140 m² und ist eigentlich unbezahlbar. Mit anderen Worten, sie würde ca. 7000-8000 Dollar Miete kosten, wenn sie nicht Anke und James gehören würde. Kaufen ist oft die einzige Option, die horrenden Mieten zu umgehen. Man muss allerdings auch 1 Mio. Dollar hinblättern können. 2 Verdiener sind da unumgänglich und die Einkommen sind hier oft höher als bei uns. Anke hat mir erzählt, dass Freunde von ihr für 1 Zimmer in der City 3000 Dollar bezahlen. Frankfurt ist ja auch auf dem besten Weg dahin :-(.

Anke darf auch ab sofort mitlesen und Kommentare abgeben, wenn sie mag. Oder meine Eintragungen verbessern, wenn ich was nicht richtig verstanden habe.

Alle anderen dürfen das natürlich auch gerne :-)
Draussen

Ich wohne Downtown im Design District (also wie in Frankfurt im Nordend). Nicht weil es hier so viele tolle Häuser gibt, sondern so viele Designgeschäfte für Möbel.

Gleich nebenan ist der einzige Kreisverkehr von SF.

Alle paar Meter ist eine Strassenkreuzung.  Der Verkehr wird dann manchmal über Ampeln geregelt, aber noch viel häufiger gibt es Stoppschilder und zwar an jeder Strasse. Also 4 Schilder pro Kreuzung (nicht so einfach zu fotografieren, wie man sieht). Rechts vor links gibts hier nicht. Es fährt der, der zuerst da war. Verständigung per Blickkontakt ist zwingend. Scheint zu funktionieren.

Die Busse haben hier ein Gestell an der Vorderfront, in dem der Fahrgast sein Fahrrad einhängen kann. Warum gibts sowas bei uns nicht!

Am Sonntag war hier übrigens der "No pants subway ride", erfunden 2002 in New York und inzwischen auch in Deutschland erprobt. Sehr witzig!!

Look here:
the-no-pants-subway-ride

Sonntag, 11. Januar 2015

Küche

Die Küche ist offen, so wie man das aus Filmen kennt. Hätte ich auch gerne. Der Kühlschrank ist groß, ein amerikanischer eben mit Wasserspender inkl. Eiscrusher in der Tür. Das Wasser kann man hier übrigens auch direkt aus dem Hahn trinken und es schmeckt :-).

Und manches ist einfach genial, z.B. der garbage disposal.

Gemüseabfälle und Eierschalen werden da reingestopft, dann wird auf einen Knopf gedrückt, das ganze Gemüse wird zerkleinert und abgesaugt.

Irre, oder!
Mein Zuhause

Gemütlich - Cosy
Mein Zimmer......
mit meiner Bildergalerie + Angelikas Gedicht :-)

und mein Bad
Das Bad teile ich mir mit den beiden Katzen FatAss und Psycho. Die erste sieht genauso aus wie sie heisst und die 2. hat ihren Namen, weil sie seeeeehr intensiv schaut. Die Katzen sind einfach überall und das bedeutet, dass ich immer ganz schnell meine Tür zumachen muss, wenn ich sie nicht unter meiner Bettdecke wiederfinden will (so wie heute). FatAss ist berührungshungrig, hat sich heute morgen um 5 Uhr vor meine Füsse geschmissen und wäre auch mit mir unter die Dusche gegangen, wenn er Wasser nicht so verabscheuen würde. Ich kann damit leben.

Der Blick aus meinem Zimmer ist zweigeteilt. Direkt vor meiner Nase wirkt es mehr wie ein Gewerbegebiet, aber wenn ich einfach drüber schaue, sehe ich die steilen Strassen von SF und die hübschen Häuser. Abends ist es irgendwie nett, so mitten in der Stadt zu sein. Die Fenster schließen gut, so dass ich die Highways und die Züge der Central Station, die auch gleich nebenan sind, nicht höre.

Bis mittags gegen 12 Uhr ist es foggy, aber dann kommen die Sonne und die Wärme und alles sieht gleich aus wie .... Kalifornien ;-) eben.
Der Flug

Der Flug startete mit 1 Stunde Verspätung kurz nach 13 Uhr wegen geringfügiger technischer Probleme - wie beruhigend. Vor dem Boarding wurde ich zum gefühlten 100ten Mal gefragt, warum ich in die USA reise, für wie lange und ob ich dort Verwandte habe. Ob ich etwas mitführe, was einer Pistole ähnlich sieht. Zählt dazu auch ein Fön? Gottseidank habe ich den nicht mit.

Der Flug war ein unvergleichliches Ereignis. Nach 2 Stunden flogen wir über schneebedeckte, karge Landschaften. Gemeinsames Rätselraten mit dem sehr netten jungen Pärchen neben mir und der gesamten Reihe vor uns. Island war zu früh? Schottland? Es war Norwegen.

Um 16 Uhr MEZ war es stockdunkel und dann um 19 Uhr wieder hell. Im Flieger wurde Schlaf befohlen, die Lichter gelöscht und die Decken ausgepackt. Ich war nicht müde. Filme liefen ununterbrochen, aber ich habe nicht einen geschaut. Kein Buch gelesen, kein Rätsel gemacht. Ich war einfach da und sehr zufrieden ........ bis auf die 3-5 Mal, wo das Flugzeug arg gewackelt hat.

Mit der Sonne kam die nächste Überraschung. Strahlend blauer Himmel, ein roter Streifen und dann dieses Weiß. In allen Formen und Zerklüftungen. Über mehr als 2 Stunden Alaska. Wie schön, dass es nicht eine Wolke gab. Es gab Formen und Schatten, die an Tiere erinnerten. Wäre ein schönes Spiel gewesen. Ans Fotografieren haben ich erst gedacht, als die Landschaft von ganz weiß in grauweiß überging. Und dann kam ganz langsam das Grün und die Berge in Kanada. Interessant wie die ersten Anzeichen der Zivilisation zu erkennen waren - schnurgerade Straßen, Überlandleitungen.



Mit nur 10 Minuten Verspätung gelandet und SF von oben gesehen - viele, viele Brücken, die sowas von lang sind. Blauer Himmel, schönes Wetter, Wärme, Anstehen - wieder Fragen beantworten. Der Officer war aber süss, als ich sagte, dass ich in Rente bin und 5 Monate bleibe. "Wo haben Sie denn gearbeitet, dass sowas geht?" Fingerabdruck, Augencheck - ich kenne das ja jetzt schon. Es war aber alles in allem nicht so unfreundlich und langwierig wie befürchtet. Mein Koffer war auch schon da und der Zoll hat mich in Ruhe gelassen.




Angekommen!!!

Donnerstag, 8. Januar 2015

Packen

3 T-Shirts mit langem Arm, 3-5 mit kurzem, 3 Tops, 3 lange Hosen und 2 Bermudas und zack - 21 kg. Das gibts doch nicht. Wie kann sich ein Koffer so schnell füllen, wenn ich doch fast alles hier lasse. Mein Schrank ist immer noch voll. Muss morgen nochmal durchschauen, was sich da noch so hineingeschmuggelt hat.

Kriftel: 5 Grad
SF: 16 Grad
Abschied

So viele Abschiede - unglaublich. Das war richtig Training. Ich bin eingehüllt von guten Wünschen, gewärmt von vielen liebevollen Umarmungen und versorgt mit einer bebilderten Anweisung für das Abenteuer (von David), einem Oma-Talismann (von Mama), 1 Trostbär (geliehen von Gisela), Fotos, einem selbstgedichteten englischen Poem (von Angelika) und Postkarten. Mein Zimmer wird Heimat.
Gut heute Zeit zu haben, um das alles so richtig zu genießen. Regnet eh draußen.